Symbole: Eine verlorene Art des Redens

Das Symbol ist ein Wort oder ein Zeichen, das an und für sich etwas sinnlich Wahrnehmbares bezeichnet. Es erhält durch den besonderen Zusammenhang, in dem es steht, unwillkürlich einen tieferen Sinn, eine seelische oder geistige Bedeutung.
Zu unterscheiden sind: Stein-, Pflanzen- und Tiersymbolik, Symbolik der Farben, Symbolik der Zahlen. Sie werden übergeordneten Ideen beigegeben.

„Die Symbolik verwandelt die Erscheinung in Idee, die Idee in ein Bild, und so, daß die Idee im Bild immer unendlich wirksam und unerreichbar bleibt und, selbst in allen Sprachen ausgesprochen, unaussprechlich bliebe.“

(Goethe, Johann Wolfgang von: Maximen und Reflektionen, 1211)

„Das ist die wahre Symbolik, wo das Besondere das Allgemeine repräsentiert, nicht als Traum und Schatten, sondern als lebendig augenblickliche Offenbarung des Unerforschlichen.“

(Goethe, Johann Wolfgang von: Maximen und Reflektionen, 451)

Die Welt der Symbole ist vielfähig und kompliziert, deshalb ist es schwierig es zu verstehen, den Deutsche Lesesaal kann ihnen durch die folgende Bücher dabei helfen. Die Bedeutung und Sinn der Symbole werden ihnen Schritt für Schritt erklärt.

Das Grosse Lexikon der Symbole / Christoph Wetzel. – Darmstadt : Primus Verlag, 2011. – 318 S.

1Liebe wird oftmals durch in Herz symbolisiert, doch welche anderen Symbole stehen noch dafür? Geht der Anker als Symbol auf einen christlichen Kontext zurück?
Christoph Wetzel ist es in diesem reich illustrierten, großformatigen Band gelungen, weit mehr als ein Lexikon zu schaffen. Er verbindet mehrere Formen der Darstellung miteinander: Klassisch lexikalisch erklärt er rund 1000 Symbole aus verschiedensten kulturellen und religiösen Kontexten in alphabetischer Reihenfolge. Jedem Eintrag sind ausgewählte Zitate als Textquelle zugeordnet, die den Ursprung verdeutlichen. Zahlreiche Abbildungen illustrieren dazu die Verknüpfung von Bildzeichen und Begriff.
In die lexikalische Darstellung eingeschoben sind Essays zu kulturübergreifenden Themenkomplexen mit einer besonders reichen Symbolik wie z. B. Anatomie, Astrologie und Astronomie.
Ganz gleich, ob er sich mit der Deutung klassischer Gemälde oder fernöstlichen Religionen beschäftigt, Wetzel zieht den Leser in den Bann der Symbole.

„In der 1816/17 erschienenen autobiographischen Schrift „Italienische Reise“ berichtet Goethe unter dem Datum des 10. Januar 1787 über die Vorlesung der soeben vollendeten Neufassung seines Schauspiels „Iphigenie auf Tauris“. Die meist Jungen  Zuhörer „erwarteten etwas Berlichingisches und konnten sich in den Ruhigen Gang nicht gleich finden; doch verfehlten die edlen und Reinen Stellen nicht ihre Wirkung. Tischbein, dem auch diese fast gänzliche Entäußerung der Leidenschaft kaum zum Sinne wollte, brachte ein artiges gleichnis oder Symbol zum Vorschein. Er verglich es einem Opfer, dessen Rauch, von einem sanften Luftdruck miedergehalten, an der Erde hinzieht, indessen die Flamme freier nach der Höhe zu gewinnen sucht.“ Der befreundete Maler Johann Heinrich Wilhem Tischbein zeichnete „dies sehr hübsch und bedeutend“ als Sinnbild.“

-Christoph Wetzel

Metzler Lexikon literarischer Symbole / Günter Butzer, Joachim Jacob. – Stuttgart, Weimar : J.B.Metzler, 2008. – 443 S.

„Ein englischer Literaturwissenschaftler veranschauliche vor einigen Jahren die schier 2unüberwindbare Schwierigkeit, ein Lexikon literarische Symbole zu schreiben, mit der Feststellung, nicht einmal die Deutschen hätten sich bislang an ein solches Unternehmen gewagt. Nun hat eben jeder Literaturwissenschaftler – es handelt sich um Michael Ferber – selbst ein Symbollexikon verfasst und damit angesichts der unübersehbare Fülle des Materials, das sich im Laufe einer fast 3000-jährigen Geschichte schon allein der europäischen Literatur angesammelt hat, ernsthaft ein Lexikon literarischer Symbole in Angriff nehmen?

Das Metzler Lexikon literarischer Symbole antwortet auf diese Herausforderung zunächst dadurch, dass es, anders als einschlägige Spezial-Lexika, weder eine Vollständigkeit der Symbole noch der Belege anstrebt. Vielmehr geht es ihm, bei alle Fülle der Quellenverweise, um eine Auswahl der wichtigsten end d.h. verbreitetsten Symbole der deutschen und europäischen (z.T. auch außereuropäischen) Literaturgeschichte und um die Präsentation der Bedeutungsgeschichte des jeweiligen Symbols anhand exemplarischer Beispiele seiner literarischen Verwendung, die neben der Kontinuität symbolischer Bedeutung vor allem die Variation des symbolischen Gehaltes in den Vordergrund der Darstellung rückt. Es interessiert sich mithin nicht für die Präparation eines vermeintlich >ursprünglichen<, den historischen Verwendungsweisen zu Grunde liegenden symbolischen Sinns, sondern vor allem für die Transformationen, Ausdifferenzierungen und Umbrüche in der (Literatur-)Geschichte eines Symbols, die es so präzise wie möglich und mit relevanten Textbelegen zu erfassen sucht. Eine solche konsequente Historisierung ermöglicht es auch, die oftmals hermetisch scheinende Symbolik der modernen Literatur in die historische Darstellung zu integrieren, ohne sie einer vermeintlich fixen Überlieferung zu subsumieren. Die Geschichte der Symbole ist, wie schon ein schneller Blick in die hier versammelten Artikel zeigt, nicht zu Ende.“

Günter Butzer und Joachim Jacob

Knaurs Lexikon Der Symbole / Hans Biedermann. – München : Droemer, 1994. – 591 S.

3 „Knaurs Lexikon der Symbole“, zusammengestellt von dem international renommiert Symbolexperten Prof. Dr. Hans Biedermann, besticht durch seine Materialfülle – über 2000 Stcihwörter und mehr als 600 Abbildungen.
Als echtes Basiswerk vermittelt es seinem Leser die kulturübergreifende Bedeutungsvielfalt und die Quellen der Gedankenbilder, Redewendungen, Dinge und Gesten, die uns im Alltag unbewußt lenken.

„Das Kreuz, das Trauerkleid, die rote Rose, der Ehering, die Kerze auf der Festtafel – tagaus, tagein begegnen wir Symbolen, doch woher rührt ihre emotionale Kraft? Auf der Grundlage umfassender archäologischer, volkerkündlicher, kunstgeschichtlicher und tifenpsychologischer Studien schlägt der international renommierte Symbolexperte Prof. Dr. Hans Biedermann einen weiten Bogen: von den Hinterlassenschaften des prähistorischen Menschen über die Kulturen Ägyptens, Mesopotamiens, Indiens, Chinas und Japans, vom alten Mexiko und Peru bis hin zu den zivilizatorischen Zentren des Mittelmeerraums. Die Welten spätantiker Religionen uns Sekten leiten den Leser zur Symbolik des frühen und mittelaterlichen Christentums und entschlüsseln ihm die Wurzeln der neuzeitlichen Symbolomotive, die in Mythen, Märchen, Sagen und Redewendungen ihren Ausdruck fanden.
Biedermann ist meher gelungen als ein unvergleichliches Lexikon, sein Werk verdührt zum „Stobern“, zum Springen von Stichwort zu Stichwort – und so enthüllen sich unversehens die verborgenen Landschaften archetypischen Wissens und Bewußtseins.
Mit einem ausführlichen Stichwortverzeichnis und einem Anhang der abgebildeten Symbole mit Querverweis auf den Text.“

-Droemer Knaur

Albrecht Dürer: Maler und Humanist / Ernst Rebel. – München : Orbis Verlag, 1999. – 543 S. + 48 S. il.

Albrecht Dürer galt nicht ernst nach seinem Tod als der bedeutendste deutsche Künstler. 4Siene Zeitgenossen feierten ihn schon zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts als Apelles Germaniae: als rumreochsten Maler Deutschlands. Er hat mit seinen Werken siene Epoche derart geprägt, daß Kunsthistoriker sie nach ihm benannt haben: die »Dürerzeit«.
Diese spannend zu lesende Biographie, die mit eindrucksvollen Milieschilderungen zugleich ein Farbiges Bild spätmittelalterlichen Lebens vermittelt, besticht durch ihre Balance zwischen wissenschaftlicher Genauigkeit und lebendiger Anschaulichkeit. Etwa hundert Bildinterpretationen gewähren einen tiefen Einblick in Dürers Meisterschaft im Zeichnen und Malen, in Holzschnitt, Kupferstich und Radierung.
Albrecht Dürer (1471-1528) gilt aus kunsthistorischen Sicht als einer der größten detschen Künstler, er wird in einem Atemzug mit Raffael oder Leonardo da Vinci genannt. Der aus Nürnberg stammende Maler hat auf vielen Gebieten der Kunst Pionierarbeit geleistet, zum Beispiel auf auf dem der Aquarelltechnick. Bereits zum Lebzeiten gelangt er mit seinen Kupferstichen, Holzschnitten und Gemälden zum internationalem Ruhm. Mit seinen theoretischen Schriften zur Kunst erweist er sich zudem als Humanist und Pädagoge.
Dürer ist über die Jahrhunderte hinweg bis heute immer wieder neu interpretiert, dabei häufig für fremde Interessen mißbraucht worden. Der Apelles Germaniae darf als die am best erforschte Figur der deutschen Kunstgeschichte gelten. Ernst Rebel verweist vor dem Hintergrund der umfangreichen Forschung so manches in das Reich der Legende, was allzusehr Wunschbild und Verklärung ist.
Mit viel Fingerspitzengefühl erstellt er ein Psychogramm des Künstlers. Albrecht Dürer offenbart sich nicht nur als künstlerisches Genie, sondern auch als bürgerlich lebender Mensch mit all sienen Schwächen und Vorlieben sowie als hartkalkulierender Geschäftsmann. Es entstehten eindrucksvolle Milieschilderungen, die ein farbenprächtiges Bild der damaligen Zeit entwerfen. Dazu dienen auch häufige Zitate aus Briefen Dürers und seiner Familienchronik.

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