Redensarten und Zitate: Alles über Charisma

In diesem Beitrag wird Charisma nicht als Eigenschaft, sondern im Einklang mit der neueren Führungsforschung als soziale Attributen aufgefasst. Um die Attributen von charismatischer Führung im Wirtschaftsleben besser verstehen zu können, wird die Rolle von Medien, insbesondere der Wirtschaftspresse, untersucht. Gegenstand der Analyse sind die Medienberichterstattung über Ferdinand Piëch und die implizit verwendeten Kriterien, die zur Zuerkennung von Charisma führen. Mithilfe einer inhaltsanalytischen Langzeitanalyse wird die implizite Charisma Konstruktion von F. Piëch und deren Veränderung im Zeitverlauf durch die deutsche Wirtschaftspresse ermittelt. Abschließend werden die theoretischen und praktischen Implikationen der Studie aufgezeigt.

Erfolg und Charisma“ – so kündigt der Verlag das Porträt des „Automanagers des Jahrhunderts“ Ferdinand Piëch an. Dies ist nur ein Beispiel von vielen für die große Bedeutung, die dem Charisma in der Praxis beigemessen wird. Gleichgültig, ob es sich um die Leitung von Unternehmen, Fußballclubs oder Orchestern handelt, immer wieder wird mit Nachdruck die Frage nach dem Charisma gestellt und außerordentlicher organisatorischer Erfolg dem Wirken charismatischer Führung zugerechnet. Die Presse nimmt in den Diskursen zur Erklärung spektakulärer Erfolge durch Charisma eine Schlüsselrolle ein. Für gewöhnlich wird in der Praxis Charisma als eine Eigenschaft von Personen verstanden; eine Eigenschaft, die man besitzt oder eben nicht besitzt. Die neuere Führungsforschung zeichnet hier jedoch ein ganz anderes Bild: Sie sieht Charisma als Interaktionsphänomen und spezieller als eine Attributen der Geführten oder von Beobachtern. Sie lenkt damit – ganz im Gegensatz zum Alltagsverständnis in Wirtschaft und Gesellschaft – die Aufmerksamkeit weg von der charismatischen Persönlichkeit hin auf die Umstände, unter denen Personen Charisma zugeschrieben wird. Will man auf diesem Wege das Charisma Phänomen erklären, kommt es wesentlich darauf an, die Urteilungsbildung zu verstehen, die zu einer Charisma Attributen führt. Dabei geht es im Wesentlichen um das Erschließen impliziter (Alltags-)Theorien, vor deren Hintergrund Verhalten beobachtet und gegebenenfalls als charismatisch eingestuft wird.

Charisma wird bei viele studiert und vorgestellt, zögern sie nicht mehr darüber zu lernen. Der Deutscher Lesesaal hat viel Lesematerial die für neugierige Leser geduldig wartet.

Bis in die Puppen : die 100 popul. Redensarten / Karl Hugo Pruys. – Berlin : edition q, 2008. – 142 S.

1„Ich seh dir in die Augen, Kleines!“ – So und nicht anders lautet der berühmteste Satz im Jahrhundertfilm „Casablanca.
Die Bemerkung „looking at you“ hat ihren Platz mehrfach im Film als eine Art Toast auf das Liebespaar Ilsa und Rick, von letzterem gemeint als Auftakt zu einem privaten Besäufnis mit angenehmen Folgen. Diese Redensart wird freilich durchweg, nun sogar im Titel einer neuen Drehbuchanleitung, nicht nur falsch zitiert, sondern glatt auf den Kopf gestellt: „Schau mir in die Augen, Kleines!“
Auch das ist ein Grund, sich umzuschauen, wie es um die Zitierung und Interpretation der rund zehntausend deutschsprachigen Redewendungen und Redensarten steht. Ganze 100 wurden hier herausgegriffen, in der Hoffnung, dass auch ein größeres Lesepublikum diese als die populärsten gelten lassen wird. Der Ehrgeiz des Autors besteht nicht darin, mit akademisch ausgewiesenen Germanisten darin zu wetteifern, die jeweils zu hundert Prozent historisch richtige Abteilung chemisch rein aus dem Wust der einschlägigen Literatur herauszufiltern.
Es sollte lediglich ein ebenso lehrreiches wie unterhaltsames Buch entstehen, ein Brevier populärer Redensarten, dienlich als Lektüre auf einer Bahnfahrt, in einer Pause beim Wandern oder zu Entspannung vor dem Zubettgehen. Geschichten zu lesen, nichts als gute Geschichten, ist die heimliche Lust sowohl der Einsamen, als auch jener Leser, die mitten im Leben stehen, die Leselust mitbringen, die mitreden und ihrer Leidschaft zum Gespräch in Gestalt schöner oder zumindest interessanter Metaphern Futter geben wollen.“

Die schönsten Zitate der Politiker : rund 1000 Weisheiten für Reden, E-Mails, Gästebuch, zum Vergnügen und zur Erkenntnis / gesamm. : Peter Köhler. – Baden-Baden : Humboldt, 2005. – 400 S.

„Politiker – es gibt wohl keine andere Berufsgruppe, die öffentlich mehr zu sagen hat,2 und das im doppelten Sinn des Wortes. Denn sie reden nicht nur viel, sie haben auch die Macht (oder sterben nach ihr) und wissen, wo’s langgeht (oder langgehen soll). Was Politiker sagen, verdient deshalb immer Beachtung, und eine Sammlung von Politikerzitaten ist folglich eine nützliche Sache – ob nun zur Meinungsbildung Brief, um den eigenen Horizont zu Erweitern (denn Politiker stehen auch für bestimmte Epochen, Ereignisse und Ideen heute und in der Geschichte), um sich für eine Diskussion zu munitionieren oder um ganz schlicht, nur zum Vergnügen, zu schmökern und zu stöbern.

»die Politik ist das Schicksal«, erkannte schon vor zweihundert Jahren Napoleon. Niemand, ob er will oder nicht, kann sich ihr entziehen. Nicht nur berührt die Politik direkt oder indirekt auch das Privatleben, und spätestens seit ’68 weiß man zudem, dass das Gegenteil ebenso zutrifft, dass nämlich auch alles Private politisch ist, wie eines der damaligen Schlagworte lautete.
Obwohl also die Politik überall hineinregiert und  umgekehrt wohl alles eine politische Seite hat, wird Politik oft verachtet, stehen die meisten Politiker in üblem Ruf. Das schlechte Ansehen hat freilich sein Gutes: Denn elementares Misstrauen gegenüber den gewählten Repräsentanten ist das Kennzeichen einer selbstbewussten Republik und gehört in alten Demokratien wie zum Bespiel der US-amerika-nischen seit langem dazu. Wer in einer Gesellschaft, die sich die Gleichheit aller auf die Fahnen geschrieben hat, über andere herrscht, muss schließlich besonders scharf beäugt und gegebenenfalls auch respektlos erinnert werden, das er sich nicht besser dünken darf als die anderen.“

-Peter Köhler

„Ich glaube nur Statistiken, die ich selbst gefälscht habe.“

-Winston Churchill

Charisma und Politik : Warum unsere Demokratie mehr Leidenschaft braucht / Julia Encke. – München : Hanser, 2014. – 175 S.

3Charisma ist eine archaische Kraft: ein Mensch verkörpert die Hoffnung auf eine bessere Welt. In der Politik dagegen hat sie einen zweifelhaften Ruf, weil charismatische Führer ihre Länder oft genug ins Unglück gestürzt haben. Kann aber eine Demokratie mit Politikern funktionieren, die nur nüchterne Techniker der Macht sind? Helmut Schmidt verkörpert eine beruhigende Zuverlässigkeit, Petra Kelly machte die Themen der Grünen zu den Themen aller, und mit Marina Weisband wäre die Geschichte der Piraten vielleicht anders verlaufen. Julia Encke zeigt in ihrem ungewöhnlichen Gang durch die jüngste Geschichte, dass unsere Demokratie erstarren könnte ohne Charismatiker, die die Bürger für Politik begeistern.
„Das hatte es noch nicht gegeben. Das Wahl rückte immer näher, und kaum eine Woche verging, in der sich nicht ganz normale Bürger, Intellektuelle oder Künstler öffentlich dazu bekannten, diesmal nicht wählen gehen zu wollen. Wankelmütige, die darüber nachdachten, zur Wahl zu gehen, aber eine ungültige Stimme abzugeben, hatte es immer gegeben. Genauso wie Wechselwähler, die fest entschlossen waren, ihr Kreuz zu machen, es sich aber bis zuletzt offenhielten, wo weil es ihnen schwerfiel, eine Entscheidung zu treffen. Der bewusste Nichtwähler, der gar nicht aus den sozial schwächeren, sondern aus alle Schichten der Gesellschaft stammte und sich öffentlich zum Nichtwählen bekannte, war allerdings ein neues Phänomen. Es waren keine Menschen ohne Interesse an der Politik oder Feinde des Systems. Es waren politisierte Bürger, Menschen für die sich die Überlegung, nicht wählen gehen zu wollen, eigentlich verbot, weil jede Enthaltung genau jene Kräfte stärken konnte, die sic entscheiden ablehnten. In einer Demokratie wählen zu gehen, das gehörte sich. Das war der persönliche Beitrag zur Politik: Man machte von seiner Stimme Gebrauch. Kurz vor der Wahl wurde in der Hauptstadt ein Abend veranstaltet, der den Titel »Wählen gehen!« trug und der nicht etwa in einem Bürgersaal, sondern in der Akademie der Künste stattfand. Das sagte eigentlich alles über die verkehrten Verhältnisse und den Ernst der Lage.“

– Julia Encke

20 Rollenspiele für Führungssituationen / Hans-Jürgen Kratz. – Weinheim : Beltz, 2011. – 334 S.

Trendforscher beobachten, dass Lernen immer häufiger als ein »Sich-Ausprobieren« 4stattfindet. Rollenspiele sind dabei die meistgenutzte Simulationsmethode und nehmen einen wichtigen Platz im Methodenkoffer von Trainern ein.

Hans-Jürgen Kratz veröffentlich in diesem Buch 20 Rollenspiele, die auf ein breites Spektrum aktueller Führungsprobleme eingehen. Beispielsweise
• effektives Delegieren
• das Umsetzen betrieblicher Veränderungen
• Burnout-Syndrom entgegenwirken
• Umgang mit leistungsschwachen Mitarbeitern
• Konflikte sozialverträglich lösen

Mit diesen Best-Practice-Rollenspielen einschließlich Lösungsansätzen sowie dem jeweiligen Führungs-Know-how erhalten Trainer/innen eine umfassende und ertragreiche Fundgrube.

„Nachdem ich langjährig Führungsfunktionen mit unterschiedlichen Schwerpunkten wahrgenommen hatte und nebenberuflich über viele Jahre in der Erwachsenenbildung tätig war, entschloss ich mich 1995, als Trainer, Dozent und Fachbuchautor mit den Schwerpunkten Mitarbeiterführung und Rhetorik frei- und hauptberuflich tätig zu werden. Seither begleitete ich knapp 700 Bildungsveranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen, wobei ich in den letzten elf Jahren den Fokus vorrangig auf das Training und Coaching von Führungsnachwuchskräften für ihre künftige Vorgesetztenrolle legte.“

-Hans-Jürgen Kratz

Stefan George : Die Entdeckung des Charisma / Thomas Karlauf. – München : Karl Blessing Verlag, 2007. – 816 S.

5Stefan George (1868–1933) zählte als Dichter, Prophet und Mittelpunkt eines Kreises ihm grenzenlos ergebener Jünger zu den einflussreichsten Figuren der deutschen Geistesgeschichte. Nach jahrelanger Vorarbeit hat Thomas Karlauf nun die erste George-Biographie in deutscher Sprache vorgelegt: ein faszinierendes Stück Zeit- und Sittengeschichte zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus.

Stefan George war unter den deutschen Dichtern im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zweifellos der einflussreichste. Er hat die deutsche Lyrik entscheidend geprägt. Seinen Ruhm verdankte George allerdings weniger seinen Gedichten als vielmehr der Tatsache, dass er sich so perfekt inszeniert hat wie kaum jemand vor ihm. Legendär – und bis heute umstritten – war auch der so genannte George-Kreis, ein dem Dichter treu ergebener Männerbund. An diesem Kreis schwärmerisch begeisterter Jünglinge entwickelte Max Weber sein Modell der »charismatischen Herrschaft«. An der Person Georges lässt sich zeigen, was Macht über Menschen wirklich bedeutet. In seinem Werk finden sich zahlreiche Berührungspunkte mit dem Nationalsozialismus (George starb 1933), viele sahen in ihm einen »Wegbereiter«. Und doch steht am Ende dieses Weges das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944: Verübt hat es Claus von Stauffenberg, einer der letzten Vertrauten Georges.

Thomas Karlauf hat die gesamte Forschung aufgearbeitet, seine Biographie ist wissenschaftlich auf dem neuesten Stand und wunderbar lebendig erzählt.

• 75. Todestag Stefan Georges am 4. Dezember 2008
• Die erste Stefan-George-Biographie in deutscher Sprache

Die Macht der Sprache ; Hrsg. : Jutta Limbach und Katharina von Ruckteschell. – München : Langenscheidt : Goethe-Institut, 2008. – 160 S. : Ill., Foto

Das Projekt „Die Macht der Sprache“ des Goethe-Instituts beschäftigte sich in lokalen, 6nationalen und transnationalen Veranstaltungen mit der Rolle von Sprache(n) in einer globalisierten Welt.Die daraus entstandenen Antworten waren die Basis für ein großes Abschlussfestival, das in der Publikation „Die Macht der Sprache“ dokumentiert wird. Es enthält Beiträge von Jutta Limbach, Frank-Walter Steinmeier, Andrei Plessu, Peter Eisenberg und anderen Professoren, Politikern, Journalisten aus dem In- und Ausland. Das Buch umfasst außerdem einen 16-seitigen Bildteil, u.a. mit Bildern aus einem Fotowettbewerb zum Thema Sprache, sowie eine CD-ROM.

„Macht, Gewalt, Ohnmacht, Allmacht, Ermächtigung und Identität im Kontext von Sprache; diese und viele weitere Aspekte hat das Goethe-Institut gemeinsam mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft 2006 und 2007 in dem Projekt „Die Macht der Sprache“ aufgegriffen. In über zwanzig Projekten weltweit wurde das Thema in seiner jeweiligen regionalen Bedeutung präsentiert. Viele Beiträge aus diesen zwei Jahren intensiver Beschäftigung mit der Macht der Sprache finden Sie nun auf diesen Seiten, ergänzend zu der im Langenscheidt Verlag erschienenen Buchpublikation „Die Macht der Sprache“.

Professor Ralph Mocikat erläutert seine Argumente für Deutsch als Wissenschaftssprache, Professor Peter Eisenberg von der Universität Potsdam setzt sich kritisch mit dem Thema Sprachpflege auseinander und Sprachwissenschaftler aus aller Welt weisen auf die sprachlichen Gegebenheiten in Ihrer Heimat hin. Die Kontroverse zwischen Muttersprache und Vaterland, die besonders in Osteuropa nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion evident geworden ist, war Thema einer Podiumsdiskussion, die diese Publikation neben vier weiteren Podien zusammenfassend aufgenommen hat.“

-Laura Hartz, Anita Boomgaarden

Deutsche Sprachgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart / Gerhart Wolff : ein Studienbuch. – Tübingen : A. Francke Verl., 2009. – 330 S.

7Gerhart Wolffs diachronische Sprachbetrachtung zeigt die Verflechtung sprachlicher und sozialer Prozesse. Im Mittelpunkt steht deshalb der Begriff des Sprachwandels mit seiner Verbindung von sozialgeschichtlichen, politischen und kulturellen Faktoren. Das Themenspektrum reicht von den theoretischen Grundlagen der Sprachbetrachtung über die einzelnen Sprachstadien bis hin zum Gegenwartsdeutsch. Beispiele, Tabellen, Karten und Übungsaufgaben erhöhen den didaktischen Wert; ein Anhang mit Glossar, Bibliographie, Personen- und Sachregister rundet den Band ab. Die 6. Auflage des bewährten Studienbuchs erscheint mit aktualisierter und erweiterter Literaturliste und einem neuen Abschnitt zur Sprachkultur. Sie berücksichtigt die Erfordernisse der BA-Studiengänge, ohne die Basis für höhere Abschlüsse zu vernachlässigen.

Wer sich als Student in das komplexe und umfangreiche Themen- und Forschungsgebiet der deutschen Sprachgeschichte einarbeiten muss oder sich auch nur einen ersten Überblick verschaffen will, steht vor keiner leichten Aufgabe. Viele deutschsprachige Verlage reagieren auf diesen Wandel mit neuen Buchreihen, die speziell auf das neue, verschaltete Studiensystem zugeschnitten sind; daneben werden auch weiterhin ältere Lehrbücher neu aufgelegt. Letztendlich werden solche Lehrbücher auf dem Buchmarkt neben den neuen Reihen nur bestehen können, wenn sie auch noch für Studenten im neuen System relevant sind.

„Das Buch eignet sich hervorragend zum Selbststudium, da es einerseits sehr verständlich geschrieben ist und außerdem auch das nötige Maß an Tiefe besitzt.“

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