Kai Meyer : Ein Vertreter der deutschen Phantastik

Kai Meyer wurde 1969 in Lübeck geboren und wuchs im Rheinland auf, heute lebt er in Erftstadt. Nach einigen Jahren als Journalist – unter anderem bei der Kölner Boulevardzeitung Express und als Filmkritiker des HOWL-Magazins – arbeitet Meyer seit 1995 als freier Schriftsteller. Er veröffentlichte sein erstes Buch bereits im Alter von 24 Jahren. Seither hat er über 50 Romane für Erwachsene und Jugendliche geschrieben, daneben Comics, Drehbücher und Hörspiele. Vier seiner Romane wurden ursprünglich unter dem Pseudonym „Alexander Nix“ veröffentlicht, liegen allerdings mittlerweile unter seinem richtigen Namen vor. Nach Konzepten von Kai Meyer ist von dem Amerikaner James A. Owen eine Reihe mit dem Titel Kai Meyers Mythenwelt geschrieben worden.
Zu Meyers erfolgreichsten Werken gehört die Trilogie um Merle und die Fließende Königin, mit deren erstem Band er 2003 für den Deutschen Bücherpreis nominiert wurde. Zudem bekam er für Frostfeuer 2005 die CORINE in der Kategorie „Bestes Kinder- und Jugendbuch“. 2012 wurde der Neuauflage von Das zweite Gesicht der Vincent Preis für den besten Horrorroman verliehen. Asche & Phönix wurde 2013 mit dem Phantastik-Literaturpreis Seraph als „Bestes Buch“ ausgezeichnet, 2015 folgte die Auszeichnung für Die Seiten der Welt. Zwei Jahre später gewann er mit dem Roman Die Seiten der Welt – Blutbuch den Deutschen Phantastik Preis.
Die weltweite Auflage seiner Romane beträgt mehrere Millionen Exemplare. Meyers Werke wurden in über 30 Sprachen übersetzt. Im Jahr 2015 gründete er mit weiteren Autorinnen und Autoren das Phantastik-Autoren-Netzwerk (PAN).

Die Presse über Kai Meyer:

„Eines der großen deutschen Erzähltalente.“
-Der Spiegel

„Kai Meyer schreibt Romane von großer sprachlicher Schönheit.“
-Stern

„Kai Meyer bedient sich einer Sprache, die unter die Haut geht. Im doppelten Wortsinn eine fantastische Lektüre!“
-Kölner Stadtanzeiger

Arkadien erwacht / Kai Meyer. –  München, 2009. – 414 S.

erwachtEin Mythos der Mittelmeers erwacht zum neuem Leben …
„Sie wartete, Zögerte. Dann zog sie den Kopf zurück, bevor sich ihre Lippen berühren konnten. Einen Herzschlag lang sah er verletzt aus, aber dann lächelte er, Blinzelte in die Sonne und sagte: »Wenn es so weit ist, dann will ich dabei sein. «
»Wenn was so weit ist? «
»Wenn du allen anderen nicht mehr in die Augen schaust, als hätten sie dir gerade den Krieg erklärt. Und wenn du merkst« – er deutete nach vorn über die Schlucht -, »dass manches zwar aussieht wie das Ende der Welt, sie in Wahrheit aber weitergeht, drüben auf der anderen Seite«“
Schon bei ihrer Ankunft auf Sizilien fühlt sich Rosa wie in einem alten Film – der Chauffeur, der ihre Reisebekanntschaft Alessandro am Flughafen erwartet; der heruntergekommene Palazzo ihrer Tante; und dann die Gerüchte um zwei Mafiaclans, sie seit Generationen erbittert gegeneinander kämpfen: die Alcantaras und die Carnevares, Rosas und Alessandros Familien. Trotzdem trifft sich Rosa weiterhin mit Alessandro. Seine kühle Anmut, seine animalische Eleganz faszinieren und verunsichern sie gleichermaßen. Doch in Alessandro ruht ein unheimliches Erbe, das nicht menschlich ist.

Arkadien brennt / Kai Meyer. – Hamburg : Carlsen, 2013. – 406 S.

„Er küsste sie, betrachtete sie strahlend und küsste sie erneut. Das machte er oft so. brenntKurzer Kuss, Lächeln, langer Kuss. Wie ein geheimes Morsezeichen.“
– Kai Meyer

Menschen, die sich in Tiere verwandeln. Blutfehden zwischen Mafiaclans. Die verbotene Liebe zu Alessandro … Rosa braucht dringend Abstand zu den Ereignissen auf Sizilien. Auf den Spuren ihres alten Lebens reist sie zurück nach New York. Aber auch dort kommt sie nicht zur Ruhe. Die mächtigen Stellvertreter der amerikanischen Clans erwarten sie bereits. Dann stößt Rosa auf beunruhigende Details über ihre Vergangenheit. Und über ihren toten Vater. Aber warum spielt dabei immer wieder Alessandro eine Rolle? In Rosa keimt ein schrecklicher Verdacht …

Das erste Kapitel:

„»Daddy?« Sie zog an seinem Ärmel. »Vor der Tür liegt eine tote Katze.«
»Gut. Eine weniger.«
»Wenn ich groß bin, will ich eine eigene. Eine nur für mich.«
»Katzen lassen sich mich zähmen.«
»Meine Schon.«
»Sie wird dich verletzen.«
»Niemals.«
Schweigen.
»Niemals. Niemals.«“

„Unmittelbare Suchtgefahr.“
-Ausburger Allgemeine

Arkadien fällt / Kai Meyer. – Hamburg : Carlsen, 2013. – 456 S.

fallt»Die Dynastien jagen euch. Am Ende wird es keinen Ort mehr geben, an dem ihr euch verkriechen könnt. Er kehrt zurück und Arkadien erwacht.«

Rosa und Alessandro wollen ihre Gefühle füreinander nicht länger verbergen. Doch ihre Liebe bringt die Clans der Gestaltwandler gegen sie auf. Nach einer wilden Jagd durch die Weiten Siziliens erkennt Rosa, wer wirklich hinter dem Komplott gegen sie steckt: Der Hungrige Mann, der Herrscher aller Dynastien, ist zurückgekehrt – und die Welt der Arkadier wird niemals mehr sein wie zuvor.

Narben (das erste Kapitel):

„Wären wir Narben, dann wäre unsere Erinnerungen die Fäden, die uns Zusammenhalten. Du kannst sie nicht zerschneiden. Wenn du das tust, dann reißt es diech entzwei.
»Aber meine Erinnerungen tun so weh«, sagte sie. »Ich will vergessen. So vieles einfach vergessen.«
»Wie soll das gehen? Alles was dir im Leben geschehen ist, geschieht auch heute noch. Was einmal begonnen hat, endet nicht. Da oben in deinem Kopf, da endet es nie.«“

»Eines der großen Erzähltalente.«
-Der Spiegel

 

Die Fließende Königin / Kai Meyer. – Hamburg : Carlsen, 2012. – 272 S.
»Merle, wo immer du bist«, brüllte Serafin mit leiser werdender Stimme. »Du musst konigin.pngfliehen! Versteck dich! Rette die Fließende Königin!«
Das Venedig, in dem Waisenmädchen Merle aufwächst, ist ein magischer Ort voller Zauberwesen. Doch die Stadt wird seit Jahrzehnten von den Ägyptern belagert. Nur die Fließende Königin, die als Essenz in den Wassern der Lagune lebt, könnte die Stadt befreien. Als Merle eines Tages eine Verschwörung belauscht, gelingt es ihr im letzten Moment die Fließende Königin zu retten. Dadurch wird Merle eins mit dem phantastischen Wesen – und Venedigs Schicksal liegt plötzlich in ihren Händen.
„Die Gondel mit den beiden Mädchen kam aus einem den Seitenkanäle. Sie musste warten, bis die Rennboote auf dem Canal Grande vorüber waren, noch immer ein solches Durcheinander von Kähnen und Dampfbooten, dass der Gondoliere es vorzog, sich zu gedulden.“
-Kai Meyer

 

Das Steinerne Light / Kai Meyer. – Hamburg : Carlsen, 2012. – 347 S.

lichtLord Licht, der Herrscher der Hölle, lächelte. »Glaub mir, Merle, der Mensch ist ein besserer Teufel als der Teufel.«

Merle und die Fließende Königin suchen den mächtigen Lord Licht auf, von dem sie sich Hilfe bei der Befreiung Venedigs erhoffen. In seinem Reich begegnen sie Merles verloren geglaubter Freundin Junipa. Doch Merle bemerkt, dass der Lord Junipa manipuliert hat und gegen sie aufhetzen will. In der Zwischenzeit hat sich die Lage in Venedig weiter zugespitzt und es regt sich immer stärkerer Protest gegen die Belagerer. Aber kann man der Anführerin des Widerstands, der uralten Sphinx Lalapeja, wirklich trauen?

„Tief unter den Schwingen des Obsidianlöwen zog die Landschaftdahin wie ein Meer aus Asche. Vermithrax‘ Körper aus pechschwarzem Stein glitt fast schwerelos unter der dichten Wolkendecke dahin. Das Mädchen auf seinem Rücken hatte das Gefüh, als könnte es die wattige Unterseite der Wolke berühren, wenn es nur den Arm danach ausstreckte.
Merle krallte sich mit beiden Händen in die Mähne des geflügelten Löwen. Vermithrax‘ langer Pelz war aus Stein wie sein ganzer Körper, doch aus Gründen, die Merle nicht kannte, fühlte sich sein Haar weich und biegsam an – nur eines der zahlreichen Wunder, die der Steinlöwe in seinem tonnenschweren Obsidiankörper barg.“
-Kai Meyer

Das Gläserne Wort / Kai Meyer. – Hamburg : Carlsen, 2012. – 286 S.

»Meine Augen sind nicht menschlich. Mein Herz ist nicht menschlich. Wenn du tot bist, worthabe ich niemanden mehr.«

Auf der Rückreise ins belagerte Venedig versuchen Merle und ihre Begleiter in die Festung des Eisernen Auges, dem Machtzentrum der Ägypter, vorzudringen. Doch die Festung liegt unter einem dicken Eispanzer begraben. Als Merle schließlich doch hinein gelangt, kommt es zu einem dramatischen Kampf. Entscheiden kann ihn nur das Gläserne Wort, das Merle schließlich von der Sphinx Lalapeja erfährt, die außerdem behauptet, ihre Mutter zu sein …

„Die Pyramide erhob sich aus hohem Schnee. Um sie herum erstreckte sich die ägyptische Wüste, begraben unter dem Mantel einer neuen Eiszeit. Ihre Sandhügel waren Streif gefroren, ihre Dünen zu Verwehungen aus Schnee aufgetürmt. Die Glutgeister von einst tanzten als Eiskristalle über die Ebene, kreisende Windhosen, die sich ein paar Mal um sich selbst drehten und kraftlos wieder zusammensanken.

Merle kauerte im Schnee, auf einer der oberen Stufen der Pyramide. Junipas Kopf ruhte in ihrem Schoß. Das Mädchen mit den Spiegelaugen hatte die Lieder geschlossen, zuckend, als kämpfte dahinter ein Paar Käfer darum ins Freie zu gelangen. Eiskristalle hatten sich in Junipas Wimpern und Brauen verfangen und ließen beide noch heller erscheinen. Mit ihrer Weißen Haut und dem glatten, hellblonden Haar wirkte sie wie eine Pupe aus Porzellan , auch ohne den Raureif, der allmählich beide Mädchen bedeckte: zerbrechlich und ein wenig traurig, als wäre sie in Gedanken stets bei einem tragischen Verlust in der Vergangenheit.“
-Kai Meyer

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