Literatur auf der Straße

Parallelwelten bei den Büchern: Während es einerseits den Trend zum digitalen eBook gibt, hat sich in deutschen Städten ein ganz bodenständiger und realer Büchertausch etabliert: In öffentlichen Bücherregalen stehen Literaturperlen, Schundromane, Krimis oder Wörterbücher. Diese frei zugänglichen Mini-Büchereien werden in ausrangierte Telefonhäuschen eingebaut oder in alten Autoanhängern untergebracht. Am häufigsten jedoch haben sie tatsächlich die Form einer schmalen hohen Vitrine, verschließbar, aber nicht abgeschlossen. Im Prinzip soll jeder zu jeder Zeit ein Buch aussuchen können und dafür ein neues dort lassen. Niemand kontrolliert das, aber es funktioniert offenbar.

Öffentliche Bücherregale sind keine ganz neue Idee, aber seit ein paar Jahren nimmt ihre Zahl deutlich zu. Meistens stehen Privatinitiativen dahinter, die sich teils für die gemeinsame Nutzung von Ressourcen engagieren, teils für eine kulturelle Belebung von Innenstädten und Wohngegenden.
In Magdeburg wurde gleich ein ganzes Gebäude als öffentlicher Bücherschrank konzipiert. Das „Lesezeichen Salbke“ ist eine Kombination aus frei zugänglichem Bücherregal, Veranstaltungsbühne und Lärmschutz. Es erhielt den bedeutenden europäischen Architekturpreis „European Prize for Urban Public Space 2010“.
Im Berliner Szenestadtteil Prenzlauer Berg steht sogar ein „Bücherwald“: fünf ausgehöhlte Baumstämme mit Regalfächern. Das Deutsche Nationalkomitee der UNESCO hatte das Projekt beim Start ausgezeichnet.

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